Aller Anfang ist schwer


Freiburg hat 2016 an einem Fußverkehrs-Check teilgenommen, den das Land Baden-Württemberg initiiert und finanziert hatte. Der damalige Bericht des verantwortlichen Planungsbüros über die Begehungen im Stadtteil Wiehre (Seite 20) ließ weitreichende Folgen für das ganze Stadtgebiet erwarten:

„Viele der aufgezeigten Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten sind auf andere gründerzeitlich geprägte Stadtquartiere aber auch darüber hinaus übertragbar oder können ohnehin Wirkung auf gesamtstädtischer Ebene erwarten lassen. Mit den dargestellten Verbesserungspotenzialen für den Stadtteil Wiehre ist für eine spürbare Verbesserung der Fußgängerbelange in einer gesamtstädtischen Dimension eine umfangreiche Aufgabe zu erwarten.“

Doch was ist seitdem passiert? Ist die „umfangreiche Aufgabe auf gesamtstädtischer Ebene“ wirksam und nachhaltig angepackt worden? Erst der Fuß- und Radentscheid musste die Stadt wieder auf die desolate Situation derer, die nicht mit dem Verkehrsmittel der deutschen Leitkultur (dem Auto) unterwegs sind, aufmerksam machen. Und eine der Kreuzungen im Stadtteil Wiehre, die damals schon als gefährlich aufgefallen waren (BZ 21.10.2016), wurde erst fünf Jahre später fußgängerfreundlich umgebaut, nachdem ein Fahrradfahrer zu Tode gekommen war, weil ein geparktes Auto die Sicht versperrt und ein anderes ihm die Vorfahrt genommen hatte (BZ 6.1.2021).

Wir hoffen, bald mit den vom FUSS e.V. entwickelten Hilfsmitteln weitere Begehungen an Freiburger Gefahrenpunkten durchführen zu können.